Rundreise: Mit dem Wohnmobil durch die Toskana

Val d´Orcia (pixaby - minakitty)
Typisches Toskana-Fotomotiv: das Val d´Orcia (Bildrechte: piaxaby/ Foto: minakitty)

Die Toskana – ein Sehnsuchtsort

Hügelige Landschaften, Zypressenalleen, Olivenhaine, Weinberge. Dazwischen kleine Bauernhöfe und alte Gutshäuser. Und – natürlich: weltweit berühmte Bilderbuchstädte wie Pisa mit dem schiefen Turm, Siena – die Stadt des Palio oder Florenz, die Hauptstadt der Renaissance und Stadt der Medici.

Dazwischen liegen Kleinode wie Chianti, San Gimignano, Montepulciano oder Pienza.

Dazu beste Weine, leckerste Olivenöle, Pasta in allen Farben und Formen, Fisch an der Küste und typische Rind- sowie Wildschweingerichten im Hinterland.

Künstler wie Michelangelo, Raffael, Botticelli und natürlich Leonardo da Vinci lebten und arbeiteten in der Toskana.

Schon Goethe sagte über diesen wundervollen Landstrich:
„Die Toskana ist nicht in Italien zu finden, sondern Italien in der Toskana“.

Und: er hatte Recht. Denn die Toskana bedient nicht nur all die herrlichen Klischees, darüber hinaus hat sie noch viel mehr zu bieten, als „nur“ die allseits bekannten Postkarten- und Postermotive.

Im Norden ragen die hohen Gipfel der Apuanischen Alpen – einem Gebirgszug der Apennin in den Himmel.
Die Küste im Westen der Toskana bietet herrliche Badestrände.
Und apropos Baden – das kann man in der Toskana das ganze Jahr über: in vielen Orten im Süden gibt es 38 Grad heiße, schwefelhaltige Thermalwasserquellen.
Die auf Tuffstein gebauten Städte wie Pitigliano oder Sorano sind touristisch noch relativ unbekannt, aber malerisch schön.

Rundreise: mit dem Wohnmobil durch die Toskana

Die Toskana, welch ein schöner Fleck Erde!

Val d´Orcia Sonnenaufgang
Sonnenaufgang im Val d´Orcia

Es ist wirklich zu schade, dass wir – inklusive An- und Abreise – nur zwei Wochen Zeit haben uns diese herrliche Region Italiens anzusehen.
Im Vorfeld haben wir uns eine ungefähre Route zurechtgelegt und uns nur für Florenz und Siena einen Campingplatz ausgesucht.

Das Schöne an der Toskana ist, dass man eigentlich nichts falsch machen kann. Es gibt überall schöne Landschaft und immer viel zu entdecken. Zudem bietet die Toskana ein dichtes Netz an Stell- und Campingplätzen.

In der Toskana selbst bleiben uns noch 12 Tage. Natürlich ist das viel zu kurz. Trotzdem haben wir in dieser Zeit sehr vieles gesehen und erlebt:

In den 12 Tagen haben wir die Toskana einmal von Norden nach Süden durchquert. Die Reise begann in den Cinque Terre (gehört allerdings noch zu Ligurien) und endete 12 Tage und gute 500 Kilometer später in Porto Santo Stefano.

Tag 1 und 2: Cinque Terre und Carrara mit dem Wohnmobil

Nachdem wir über die Schweiz nach Italien gefahren sind, gab es zunächst einen Zwischenstopp in den Cinque Terre (Ligurien), bevor wir unsere Toskana-Rundreise in Carrara begonnen haben. In Carrara sind die Marmor-Steinbrüche und das Museum von Walter Danesi in Fantiscritti sehenswert.

Tag 1: Die Cinque Terre

Cinque Terre
Cinque Terre

Tag 2: Carrara

Marmotour - Führung ins Innere eines Steinbruchs
Marmotour – Führung ins innere eines Steinbruchs

Tag 3: Pisa mit dem Wohnmobil

Anschließend ging es weiter nach Pisa – man ahnt es:
den Schiefen Turm muss man einmal im Leben gesehen haben.
Und doch hat Pisa noch weit mehr zu bieten als nur den Turm!

Pisa
Pisa

Tag 4: Vinci mit dem Wohnmobil

Nach so viel Rummel, der in Pisa nun mal herrscht, mussten wir erstmal zurück auf´s Land. In Vinci, dem Geburtsort des Künstlers Leonardo da Vinci, kann man eine herrlich ruhige Nacht verbringen. Die beiden Museen und sogar das Geburtshaus des Universalgenies sind zu Fuß erreichbar.

Vinci

Tag 5: Florenz mit dem Wohnmobil

Auf unserer Reise sind uns schon zwei große Renaissance-Künstler begegnet: Michelangelo in Carrara und Leonardo da Vinci in … ja wo wohl.
Was liegt also näher, als DER Kunsthauptstadt der Toskana, ja vielleicht sogar Italiens einen Besuch abzustatten? Noch am Abend fahren wir von Vinci nach Florenz.

Florenz
Florenz – die Stadt der Renaissance – Bildquelle: pixaby, Foto: openpics

Tag 6: San Gimignano mit dem Wohnmobil

Bei einer Reise durch die Toskana sollte man – vor allem wenn man zum ersten Mal dort ist – unbedingt Greve in Chianti, den berühmten Weinort und San Gimignano – das „Manhattan des Mittelalters“ ansehen.

San Gimignano – Bildquelle: Pixaby, Foto: Makalu

Tag 7: Siena mit dem Wohnmobil

Zum Palio nach… Siena! Gebäude aus dem Mittelalter, eingebettet in die typisch toskanische Hügellandschaft. In Siena muss man unbedingt den Flair der alten Gassen genießen und den Stolz, den ihre Bewohner auf die Stadt haben aufsaugen!

Siena
Siena – die schönste Stadt der Toskana. Bildquelle: Pixaby, Foto: onaitsabes

Tag 8 und 9: Val d´ Orcia mit dem Wohnmobil

Für eine Nacht wollte ich unbedingt einmal auf einem schönen und typischen Agritourismo-Bauernhof übernachten. Fündig wurden wir im Val d´Orcia. Hier sind wir gleich zwei Nächte geblieben. Von dem kleinen Hof aus kann man eine herrliche Fahrrad-Tour nach Pienza und Montepulciano unternehmen.

Orcia Tal Wohnmobil

Tag 10: Pitigliano mit dem Wohnmobil

Einmalig schön und touristisch noch fast im Dornröschen-Schlaft liegen die Städte Sorano und Pitigliano. Das Besondere: Die Orte weit im Süden der Toskana sind auf Tuffstein gebaut. Auch kulinarisch waren sie mein persönliches Highlight: in der Region versteckt sich unter der Erde eine ganz besondere Knolle: Trüffel!

Pitigliano bei Nacht
Pitigliano bei Nacht

Tag 11: Porto Santo Stefano mit dem Wohnmobil

Nachdem die Toskana noch viel mehr zu bieten hat, als die allseits von Postkarten bekannten Bilder, möchten wir gerne einen Tag am Meer verbringen. Es geht nach Santo Stefano, in die Nähe der Insel Giglio.

Tag 12: Es geht nach Hause, Zwischenstopp in Como

Wir verlassen die Toskana und machen uns in Ruhe auf den Weg nach Hause. Schließlich liegen noch fast 1.000 Kilometer vor uns. In Como, am gleichnamigen See, haben wir noch eine letzte Nacht in Italien verbracht, ehe es über die Schweiz und den Bodensee wieder zurück nach Franken ging.

Mit dem Wohnmobil durch die Toskana

Die Italiener fahren – wie alle Südländer – etwas naja, nennen wir es mal „temperamentvoll“. Mehr so „nach Gefühl“ als nach Regeln.

Warum die Italiener immer so kleine Autos fahren, kann man herausfinden, wenn man sich mit dem Wohnmobil einmal südlicher als Südtirol traut.

Die Straßen werden eng. Auf dem Land sind es manchmal eher Feldwege als richtige Straßen. Die Anzahl der Schlaglöcher steigt. Um offen zu sein: auch wir haben uns den ein oder anderen kleinen Kratzer am Wohnmobil geholt.

Trotzdem: Der Landstrich ist so wunderschön, dass man den ein oder anderen Kratzer am Fahrzeug aushalten kann. Und ganz ehrlich: wir haben uns doch ein Wohnmobil gekauft, um etwas zu sehen und zu erleben und nicht, um es als Liebhaberstück in einer Scheune stehen zu haben.

Straßennetz in der Toskana

In Florenz laufen zwei wichtige Autobahnen zusammen, die Autostrada A1, die von Norden nach Süden verläuft und die Autostrada A11 von Westen nach Osten. Die Autobahnen bzw. „Autostradas“ sind gebührenpflichtig. 100 Kilometer kosten mit Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen im Schnitt etwa 7,00 €.

Neben den Autostradas gibt es noch Schnellstraßen, die Superstradas. Superstradas sind gebührenfrei. Die Superstradas sind, gerade fernab von größeren Städten – in einem teils schlechten Zustand. Mit Schlaglöchern und plötzlichen Bodenwellen muss man stets rechnen.

Zwischen den Super- und Autostradas gibt es ein dichtes Netz an Landstraßen. Diese sind häufig recht schmal. Auch ihr Zustand könnte besser sein (Schlaglochgefahr!). Mit zwei Fahrzeugen aneinander vorbei zu kommen kann manchmal etwas eng werden. Trotzdem fahren die Italiener auf dem Land relativ rücksichtsvoll und weichen größeren Fahrzeugen aus.

Auf der Autobahn kommt man in der Regel recht zügig voran. Auf dem Land kann man für 30 bis 40 Kilometer schon einmal eine Stunde brauchen. Die herrliche Landschaft entschädigt dafür.

Der Stadtverkehr durch Pisa und gerade auch durch Florenz war etwas abenteuerlich. Eigentlich haben wir nur darauf gewartet, dass uns gleich jemand in der Seite hängt…

Passiert ist aber zum Glück nichts.

Tanken

Die Sprittpreise sind in Italien doch um einiges höher als etwa in Deutschland oder Österreich. Momentan (Oktober 2018) kostet der Liter Diesel etwa 1,50 € bis 1,60 €.

Bußgelder

Fuß vom Gas und an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.
Die Bußgelder sind in Italien extrem hoch!

Bei groben Verkehrs-Verstößen drohen Fahrverbote, sogar das Fahrzeug kann eingezogen werden.

Wenn man die Räder auf einem Heckträger dabei hat, unbedingt eine Warntafel anbringen!

Toskana – Ideale Reisezeit

Die Hauptreisezeit sind natürlich die Sommermonate. Ohne vorherige Reservierung kann es mit Unterkünften und Campingplätzen schwierig werden. Stellplätze sind häufig überfüllt. Außerdem kann es mit Temperaturen von über 40 Grad im Schatten sehr heiß werden.

Vor allem im Frühsommer und bis in den Spätherbst hinein ist die Toskana ein ideales Reiseziel. Tagsüber herrschen angenehme Temperaturen und es geht um einiges ruhiger zu.

Gegen Ende September beginnt der morgendliche Bodennebel. Mitte Oktober fängt das Laub an, sich bunt zu färben.

Die Toskana mit Hunden:

Nachdem Italien zur EU gehört, ist die Einreise mit Hunden problemlos möglich.
Wie in allen Europäischen Ländern brauchen Hunde:

  • einen EU-Heimtierausweis
  • aus dem hervorgehen, dass eine nach WHO-Norm gültige Tollwutimpfung besteht
  • zudem muss das Tier mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung gekennzeichnet sein. Die Tätowierung muss vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen worden und eindeutig lesbar sein

Zudem sollte man dabei haben:

  • Halsband und Leine, da auf öffentlichen Plätzen und auf vielen Campingplätzen Leinenpflicht besteht
  • Versicherungsnummer der Hundehaftpflicht-Versicherung
  • evtl. einen Beißkorb, der ist in Italien nämlich in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht
  • ausreichend „Kackerl-Sackerl“

Ansonsten haben wir auch in der Toskana fast nur gute Erfahrungen mit den Hunden gemacht. Die beiden waren überall willkommen. Pro Hund und Nacht waren zwischen 3,00 und 5,00 € fällig.
Einzig: es gibt in Italien keine „Sackerl-Stationen“. Um Tüten muss man sich selbst kümmern. Die Italiener lassen leider die Hinterlassenschaften ihrer Hunde viel zu häufig liegen…

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