Campinggeschirr: Alternativen zu Melamin

Als wir unsere Grundausstattung für´s Wohnmobil kauften war für uns schnell klar, dass wir kein Geschirr aus Melamin möchten. Zum einen, weil das Material für mich einen negativen Beigeschmack hatte, ohne dass ich ihn so richtig begründen konnte. Zum anderen fand ich die Haptik recht unschön. Wenn man es anfasst, fühlt es sich doch sehr nach Plastik an.
Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Was genau ist Melamin?

Ganz vereinfacht erklärt ist Melamin der Ausgangsstoff für die Herstellung von Melaminharzen. Das Wort „Harz“ hat allerdings nichts mit natürlichem Baum-Harz zu tun. Melaminharz ist eine Industrie-Chemikalie. In Verbindung mit Formaldehyd wird das Melaminharz zu einem Kunststoff.

Dieser Kunststoff ist wiederum die Basis für das allseits bekannte Melamin-Geschirr.

Warum Melamin in der Kritik steht

Im Jahr 2008 gab es in China einen großen Skandal um Melamin:
Über 65.000 Kinder erkrankten so stark, dass sie medizinisch betreut werden mussten. Der Grund: sie litten an Nierensteinen oder hatten andere Nierenprobleme, weil ihnen mit Melamin gestrecktes Babymilchpulver verabreicht wurde. Mehrere Babys starben.
Später wurde die Chemikalie auch in anderen Milchprodukten in China gefunden.

Durch das Strecken mit Melamin wollten die Konzerne höhere Eiweißwerte vortäuschen.

Vorteile von Melamin

Zugegeben, das Material hat einige Vorteile: Nicht umsonst ist Camping-Geschirr aus Melamin nach wie vor das am meisten gekaufte Geschirr. Es ist leicht, bruchsicher und sieht Geschirr aus Keramik auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Die Auswahl an Form und Designs ist riesig. Der Preis ist günstig.

Probleme mit Melamin:

Man sollte den Werkstoff nicht per se verunglimpfen. Wie gesagt, das Geschirr hat einige Vorteile. Gesundheitsbedenklich wird es, wenn es über einen längeren Zeitraum mit Speisen und Getränken die über 70 Grad heiß sind, in Kontakt kommt. Also zum Beispiel bei Kontakt mit heißem Tee bzw. Kaffee oder Suppen. Wenn man das Geschirr zu heißen Temperaturen aussetzt, lösen sich die Ausgangsstoffe Melamin und Formaldehyd. Diese Stoffe sind giftig. Sie stehen unter Verdacht, auch bei Erwachsenen Erkrankungen des Blasen- und Nierensystems zu verursachen. Zudem kann Formaldehyd Allergien hervorrufen. Des Weiteren steht es unter Verdacht, krebserregend zu sein.

Alternativen zu Melamin-Geschirr:

Keramik, Porzellan, Pappe, Blech… es gibt einige Alternativen zu Melamin-Geschirr.

Ich habe es schon mit eigenen Augen gesehen. Ein älteres Ehepaar mit britischem Kennzeichen – das von Papptellern gegessen hat… Das ist aber die wohl denkbar schlechteste Wahl und deshalb keine Alternative. Nicht nur, weil es umwelttechnisch eine Katastrophe wäre.

Es ist nicht so empfindlich wie Porzellan und der ein oder andere Camper schwört darauf: Keramik. Der Nachteil: es ist nicht bruchsicher und muss für den Transport gut gepolstert gesichert werden. Viele verstauen ihr Geschirr in den Oberschränken. Das sollte man mit Keramik tunlichst sein lassen. Zum einen, weil die Oberschränke nicht für das Gewicht ausgelegt sind. Zum anderen, weil sich der Schwerpunkt des Fahrzeugs somit negativ verändert.

Wäre da noch Geschirr aus Blech – naja, aus Emaille. Aber es fühlt sich ein wenig an wie Blech. Emaille-Geschirr erinnert mich an meine Zeit bei den Pfadfindern. Stylisch war das Geschirr nicht gerade. Aber unglaublich praktisch. Und 100% bruchsicher und leicht. Durchaus eine Alternative.

Nach kurzer Recherche sind wird schließlich auf Geschirr aus Bambusfasern und Mais gestoßen. Allerdings gibt es auch hier je nach Hersteller Unterschiede. Die Hersteller verwenden trotzdem chemische Melaminharze, allerdings in unterschiedlichen Anteilen.

Wir haben uns für den niederländischen Hersteller „Zuperzozial“ entschieden. Hier geht´s zum Produkttest!

Annalena Bauerhttps://www.ausflugsbox.de
"In Bayern daheim - in der Welt zu Hause". Auch wenn Annalena beruflich viel und gerne weltweit unterwegs ist, gefällt es ihr "dahoam" schließlich doch am Besten. Mit "dahoam" ist allerdings nicht das heimische Wohnzimmer, sondern vielmehr Bayern und der Alpenraum gemeint. Ob zu Fuß oder mit dem Rad - Hauptsache in der Natur!

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