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Produkttest Zuperzozial Geschirr aus Bambus

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Produkttest Zuperzozial Geschirr aus Bambus
Bambusgeschirr - eine Alternative zu Melamin

Vor einiger Zeit habe ich darüber geschrieben, dass mir Melamin-Geschirr aus verschiedenen Gründen nicht zusagt. (Campinggeschirr: Alternativen zu Melamin)

Das Gute ist: es gibt Alternativen.

Nach kurzer Recherche sind wir auf Geschirr aus Bambusfasern und Mais gestoßen. Allerdings gibt es auch hier je nach Hersteller Unterschiede. Sie verwenden trotzdem chemische Melaminharze. Herstellerabhängig ist der Anteil an Melaminharz größer oder kleiner.

Produkttest Zuperzozial Geschirr

Schließlich sind wir bei dem Hersteller „Zuperzozial“ aus den Niederlanden fündig geworden. Laut Angaben des Herstellers bestehen die Produkte zu 80% aus natürlichen Materialien und zu 20% aus Melamin-Harzen. Wir haben die Produkte von Zuperzozial einem mehrere Monate dauernden Test unterzogen:

Die Optik und Haptik

Ich finde sowohl die Optik als auch die Haptik des Geschirrs sehr schön. Das Geschirr ist leicht, das Material fühlt sich sehr natürlich an. Auch das Design gefällt mir sehr gut. Die Produkte sind entweder in knallbunten Farben oder in dezenten Pastell-Tönen erhältlich. Manche Produkte haben kleine „Pigmentfehler“. Der Hersteller führt das auf die Verwendung der Naturmaterialien zurück. Mich stören diese kleinen „Fehler“ nicht.

Der „Bruchsicher-“ und „Kratzfest-Test“

Den „bruchsicher-Test“ hat das Geschirr bisher bei uns gut überstanden. Allerdings fällt bei einem kinderlosen Paar auch nicht so häufig etwas herunter. Den Sturz von der Spüle auf die Fließen hat unser Becher jedenfalls überlebt.

Kratzfest sind die Teller in jedem Fall. Bisher haben wir noch keinerlei Krater, die zum Beispiel durch Schneiden mit scharfen Messern entstehen können festgestellt.

Was mir gut gefällt

Optik und Haptik haben mich wie gesagt sofort überzeugt.

Zudem scheint der Hersteller Zuperzozial tatsächlich viel Wert auf Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen zu legen.

Die Materialien sind natürlichen Ursprungs: sie bestehen aus nachwachsenden Bambusfasern, Maispulver, natürlichen Harzen und auch die Farbpigmente sind ausschließlich natürlichen Ursprungs. Bei der Herstellung werden keine Rohölreserven benötigt, wie es beispielsweise bei der Kunststoffgewinnung der Fall ist. Das Geschirr ist im Kompost sogar zu 100% biologisch abbaubar, der Vorgang dauert allerdings bis zu zwei Jahren.

Die Rohstoffgewinnung und die Produktion erfolgen komplett in China. Laut eigenen Angaben legt Zuperzozial Wert auf faire Arbeitsbedingungen.

 

Was mit nicht so gut gefällt

Unschöner Kaffeerand im Becher
Unschöner Kaffeerand im Becher

Rückstände

Nicht so gut gefällt mir, dass die Becher schon nach wenigen Monaten recht starke Kaffeeflecken angenommen haben. Laut Zuperzozial sollte die Flecken in der Spülmaschine wieder verschwinden. Trotz intensiver Reinigung (sogar mit Scheurmittel) bleiben die Rückstande bei unseren Bechern leider dauerhaft.
Uns das, obwohl wir das Geschirr immer gleich nach dem Essen abspülen.

Verpackung

Anstelle von Kartons werden als Verpackung lediglich Klebeetikette verwendet. Die Etikette ließen sich bei manchen Produkten nur schwer lösen – trotz Einsatz von Nagellackentferner.

Des Weiteren wäre es erstrebenswert, wenn man das verwendete Melamin-Harz künftig durch ein natürliches Material ersetzten könnte.

Das Geschirr soll nur für maximal zwei Stunden Temperaturen unter -20 Grad Celsius bzw. über 70 Grad Celsius ausgesetzt werden.

Der Preis

Ja, es gibt sicherlich günstigeres Geschirr. Die Arbeitsbedingungen sollen fair sein, die Produkte Nachhaltig. Leider ich das nicht nachprüfen. Wenn aber tatsächlich fair und nachhaltig produziert wird, verursacht das natürlich Kosten. Dafür sollte man auch bereit sein, etwas mehr zu bezahlen.

Und man kauft ja nicht jedes Jahr ein neues Service.

Hier einige Preis-Beispiele:

Becher: (300 ml) – Preis: 4,50 €
Müslischälchen: (Ø 15,8 cm, H: 7,2 cm) – Preis: 6,95 €
Frühstücksteller: (Ø 20,5 cm) – Preis: 4,95 €
Teller groß: (Ø 27,5 cm) – Preis: 8,95 €
Suppenteller: (Ø 22,5 cm) – Preis: 8,95 €

Fazit: Produkttest Zuperzozial Geschirr

Außer dem noch immer verwendeten Melamin-Harz im Geschirr (der Anteil ist mit 20% relativ gering) und den Kaffee-Flecken gefällt uns das Geschirr nach wie vor sehr gut. Die positiven Eigenschaften überwiegen klar. Wir würden das Produkt wieder kaufen.

2 Kommentare

  1. Hallo Kai-Ulrik,

    vielen Dank für deinen Hinweis und entschuldige bitte die verspätete Antwort.

    Ich habe mich mit dem Thema noch einmal auseinandergesetzt und den Test-Bericht von Stiftung Warentest, den Artikel der Verbraucherzentrale NRW sowie auch andere Berichte nachgelesen.

    Natürlich stehen auch Bambus-Produkte in der Kritik, da auch sie nicht ohne Bindemittel auskommen. Das habe ich in dem Artikel „Campinggeschirr: Alternativen zu Melamin“ (https://www.ausflugsbox.de/campinggeschirr-alternativen-zu-melamin/) bereits im November 2017 erklärt. In diesem Zusammenhang wird häufig auf eine Verbrauchertäuschung hingewiesen, weil sich die Hersteller grüner geben als sie sind und die Zusatzstoffe lange nicht explizit genannt haben.

    Für mich ist das Testverfahren von Stiftung Warentest allerdings fragwürdig:
    Wer würde in der Realität dreiprozentige Essigsäure in einen Becher geben und diese dann für zwei Stunden im Becher warmhalten?

    Dass die Produkte nicht in die Mikrowelle dürfen, wird offen kommuniziert. Was passieren würde, habe ich allerdings nie getestet, da wir keine Mikrowelle besitzen.

    Was ich allerdings nicht okay finde, dass die Produkte – anders als bei den FAQs der Seite ecozo.nl (https://www.ecozo.nl/de/zuperzozial-haufig-gestellte-fragen) beschrieben, wohl nicht kompostierbar sind. Das müsste man wohl selbst in einem 24 Monate Test ausprobieren.

    Liebe Grüße,
    Annalena

  2. Ich bezweifele, dass das Zupersozial-Geschirr unbedenklicher ist, als reines Melamingeschirr. Zumal erst kürzlich Kaffeetassen aus Bambus und Melamin in die Kritik geraten sind. Das kann man auf der Webseite der Verbraucherberatung NRW nachlesen.

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