Mülltrennung im Wohnmobil

Müllentsorgung auf Reisen –
eine kurze (nicht ganz ernst gemeinte) Anleitung

Denn angefallenen Müll wieder loszuwerden ist doch ganz einfach:

  1. große Plastiktüte auf, allen Müll rein (von der Bananenschale über die ausgetrunkene Rotweinflasche bis hin zur leeren Hundefutterdosen)
  2. Knoten drum.
  3. Nächsten Müllbehälter am Rastplatz aufsuchen.
  4. Voll? Kübel zu klein? Einfach daneben stellen!
    Einer wird sich schon drum kümmern…
  5. Weiter fahren.
  6. Neue Plastiktüte aufhängen.

Klar. Man kann es sich leicht machen. Aber gut, so verhalten sich glücklicherweise die allerwenigsten Camper.

Zugegeben…

Die Müllentsorgung auf Reisen stellte am Anfang auch für uns eine kleine Herausforderung dar. Schließlich will man die riechenden Abfälle nicht im Wohnraum haben. Und trennen sollte man den Müll auch. Allerdings ist das mit nur einem, in die Türe eingehängten Müllkübel nicht möglich. Und sicher vor unseren beiden neugierigen Hunden, die überall was zum Futtern wittern, muss der Abfall auch sein.

Also mussten wir uns etwas einfallen lassen.

Verschiedene Systeme aus dem Fachhandel

Im Camping-Fachhandel und im Internet gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Müllbehälter. In allen möglichen Größen, zum Klappen, zum Falten, zum Ausspülen, mit Henkel ohne Henkel etc.

Das Problem: Keines der Systeme passte so wirklich zu unserem Wohnmobil. Die Fächer waren entweder schon durch andere Dinge belegt, zu klein oder die Behälter wären während der Fahrt höchstwahrscheinlich umgekippt.

Es machte also alles nicht wirklich Sinn.

Unsere Lösung für die Mülltrennung im Wohnmobil

Ja, wir haben zum Glück eine Heckgarage. Das erleichtert auch die Sache mit der Mülltrennung enorm. Für die Heckgarage hatte ich für alles Mögliche Plastikboxen mit fixierbaren Deckeln gekauft.

Warum sollte man die nicht auch für den Müll hernehmen?

Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn einmal etwas ausläuft, sind sie auswaschbar. Wenn sie umfallen, ist es nicht weiter schlimm, der Deckel ist ja fest mit der Box verbunden. Sie lassen sich stapeln und somit platzsparend verstauen. Zudem waren die Boxen (Modell „Samla“ von IKEA) wesentlich günstiger als die Müllbehälter.

Insgesamt haben wir drei dieser Boxen:

  • zwei kleine (ca. 40x30x14 cm) und eine größere (40x30x28 cm)
  • darin sammeln wir separat:
    • Konservendosen und Glasflaschen
    • Altpapier
    • und wo – es Sinn macht – den „Grünen Punkt“

Hinzu kommen noch:

  • Eine Plastik Box für den Bio-Müll, ebenfalls mit Deckel. Während der Fahrt steht sie im Spülbecken.
  • Der Müllkübel in der Türe für den Restmüll

Wo kann man den säuberlich getrennten Müll entsorgen?

Auf dem Campingplatz ist die Entsorgung kein Problem. In der Regel stehen ausreichend Tonnen zur Verfügung und das Trennen des Abfalls ist nahezu selbstverständlich.

Zwar variieren die Systeme nicht nur von Land zu Land, es gibt auch regionale Unterschiede. Mancherorts wird Kunststoff („Grüner Punkt“ / „Gelber Sack“) separat entsorgt, andernorts landen die Verpackungen in der Restmülltonne. Trotzdem sammeln wir diese Abfälle vorerst getrennt und sehen uns anschließend das jeweilige System vor Ort an.

Wenn wir nur über´s Wochenende unterwegs sind und nicht auf einem Campingplatz übernachten, nehmen wir den Müll einfach wieder mit und entsorgen ihn daheim.

Schwieriger wird es, wenn man länger unterwegs ist. Gerade wenn man frei steht.

Konservendosen, die bei uns durch´s Hundefutter anfallen und das Entsorgen von Glasflaschen ist – zumindest in Deutschland – kein Problem.

Schwieriger wird es mit der Entsorgung von Bio- und Restmüll. Haushaltsmüll an Raststätten zu entsorgen ist verboten. Die aufgestellten Müllbehälter sind für Reiseabfälle gedacht.
Nun lässt sich natürlich darüber streiten, ob der im Wohnmobil angefallene Müll als „Reise-„ oder „Haushaltsabfälle“ angesehen werden…

Würde jeder seinen Müll am Stellplatz abladen, sähe es an den Plätzen bald ganz schön wüst aus.

Wenn wir länger unterwegs sind, wechseln wir ohnedies zwischen Stell- und Campingplätzen ab. Um keine unschönen Überraschungen zu erleben, spülen die leeren Joghurtbecher, Hundefutterdosen und alles, was zum Richen anfangen kann einfach aus. Ist der Geschirrabwasch erledigt, sind Joghurtbecher & Co an der Reihe. Anschließend heben den Müll einfach so lange auf, bis wir ihn sinnvoll entsorgen können.

Tipps zur Müllvermeidung:

Es ist fast schon eine Binsenweisheit, aber trotzdem: Noch besser als sich über die Mülltrennung den Kopf zerbrechen zu müssen ist es natürlich, unnötigen Müll schon im Voraus zu vermeiden.

Hier einige Vorschläge:

Transparente Mehrwegtasche für Obst und Gemüse
Transparente Mehrwegtasche für Obst und Gemüse

  • Obst und Gemüse lose und nicht in den scheußlichen Plastik-Packungen kaufen. Inzwischen gibt es sogar transparente Mehrweg Taschen.
  • auf aufwändig verpackte Produkte nach Möglichkeit verzichten
  • Stofftragesackerl mit zum Einkaufen nehmen. Wenn eine Plastiktüte notwendig ist, mehrmals nutzen
  • Nachfüllpackungen bevorzugen
  • Einwegverpackungen ggf. noch einmal nutzen (unsere leeren Marmeladengläser finden zum Beispiel zur Gewürze-Aufbewahrung nochmal Verwendung.)
  • Wenn´s nur über´s Wochenende weggeht: Mehrweg PET oder Glasflaschen bevorzugen
  • wenn möglich Milch, Jogurt etc. in Mehrweggläsern kaufen oder zumindest die papierverstärkten Plastikbecher verwenden
  • darauf achten, möglichst wenig Lebensmittel weg zu werfen

Zum Schluss noch was zum Gscheidhaferln:

(Auf Hochdeutsch: was für Besserwisser ;-))

Bei leeren Joghurt-Bechern etc. den Deckel vor dem Entsorgen abziehen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Becher recycelt wird wesentlich höher! Hat der Becher eine Papier-Banderole, diese ebenfalls abnehmen (Altpapier).

Wie handhabt ihr „die Sache mit dem Müll“ auf Reisen?
Habt ihr Vorschläge, Einwende, Tipps?

Annalena Bauer
Annalena Bauerhttps://www.ausflugsbox.de
"In Bayern daheim - in der Welt zu Hause". Auch wenn Annalena beruflich viel und gerne weltweit unterwegs ist, gefällt es ihr "dahoam" schließlich doch am Besten. Mit "dahoam" ist allerdings nicht das heimische Wohnzimmer, sondern vielmehr Bayern und der Alpenraum gemeint. Ob zu Fuß oder mit dem Rad - Hauptsache in der Natur!

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