Der Karst – Wohnmobil-Reise durch Slowenien

Das slowenische Karst-Gebiet mit dem Wohnmobil

Tag 8: Höhlen von Postojna und Burg Predjama

Nach nur einer Nacht verlassen wir gegen zehn Uhr in der Früh den Stellplatz in Ljubljana wieder und machen uns auf nach Postojna.
Hier interessiert uns vor Allem die Unterwelt: die berühmten Höhlen von Postojna!

Die Höhlen von Postojna

Für 13:00 Uhr haben wir uns eine Führung gebucht. Die Führung durch die Höhlen dauert etwa 1,5 Stunden und führt durch 5 km Höhle.

Die ersten und die letzten beiden Kilometer fährt man mit einer kleinen Bahn durch die Höhle. Dabei habe ich mich immerwieder dabei ertappt, dass ich meinen Kopf unwillkürlich eingezogen habe, obwohl ich nicht gerade groß bin… was ich damit sagen will: abschnittsweise fährt man sehr nah an den Tropfsteinen entlang.

Durch den mittleren und schönsten Teil geht es zu Fuß. Dabei gibt es viele Erklärungen über die Höhle an sich, das Karstgebiet und ein paar Anekdoten über die Slowenen als Volk.

Die Führungen werden in verschiedenen Sprachen, u. a. auf Deutsch angeboten. Sie sind sehr gut aber auch sehr straff durchorganisiert.


Ein paar Infos über die Höhlen: 

Im slowenischen Karst gibt es über 12.000 Höhlen. Die Höhle von Postojna ist eine der größten Höhlen-Labyrinthe weltweit. Ihre Gänge führen über 24 km und über drei Etagen durch die Unterwelt. Die bizarren Formationen aus abgelagertem Kalk sind über Jahrmillionen gewachsen. Unvorstellbar!

Die „Adelsberger Grotten“, wie sie noch genannt werden, wurden bereits 1818 entdeckt. Wie so oft half der Zufall dem Glück des Höhlenführers Luka Čeč etwas auf die Sprünge.

Der deutsche Name kommt im Übrigen, weil das Gebiet im 19. Jahrhundert noch unter Herrschaft der Habsburger war.

In den Höhlen lebt ein ganz besonderer Geselle, der Grottenolm. Der Grottenolm ist ein ganz außergewöhnliches Tier. Früher dachten die Menschen, Grottenolme seien junge Drachen. 

Aber nicht nur ihr Aussehen macht sie zu ungewöhnlichen Lebewesen. Grottenolme kommen ausschließlich im Karstgebiet östlich der Adria vor. Sie werden bis zu 100 Jahre alt und und können bis zu zwei Jahren ohne Nahrung auskommen.


 

Parkmöglichkeiten mit dem Wohnmobil

Sowohl an den Höhlen als auch unterhalb der Burg Predjama kann man mit dem Wohnmobil gut parken. An den Höhlen gibt es einen Wohnmobil-Stellplatz, wenn man diesen abgetrennten Bereich befährt muss man allerdings ein Ticket für 24 Stunden lösen.

Auf den anderen Parkflächen bezahlt man nur die tatsächliche Parkzeit.

Burg Predjama

Die Höhlenburg von Predjama

Wenn man in Postojna ist, sollt man sich auf jeden Fall noch das sehr sehendswerte Höhlenschloss „Predjamski grad“ anschauen. Von der Höhle bis zur Burg sind es gerade einmal neun Kilometer.

Die Burg thront in einer 123 m hohen Felswand. Hinter und unter der Burg gibt es ein etwa sechs Kilometer langes Höhlensystem.

Für die Höhle gibt es einen Audio-Guide, der anschaulich die Geschichte der Burg erzählt.

Am Eingang der Höhlen gibt es Kombitickets (Höhlen und Höhlenschloss zu kaufen.) Inklusiver zwei Ausstellungen stehen vier Kombinationen zur Verfügung. Die Kombitickets sind etwas günstiger als der Einzelkauf.

 

Tag 9: Ein Besuch auf dem Lipizzaner-Gestüt

Am Gestüt von Lipica

Auf diesen Ausflug habe ich mich sehr gefreut, auch wenn die Zeiten von Reitstunden und Pferde-Postern an der Kinderzimmer-Wand natürlich längst vorbei sind.

Heute besuchen wir das Gestüt von Lipica, eines der ältesten Gestüte der Welt. Es wurde bereits 1580 gegründet.

Eigentlich hatten wir geplant, etwa zwei bis drei Stunden in Lipica zu bleiben. Eigentlich wollten wir am Nachmittag noch etwas anderes unternehmen. Eigentlich. Geblieben sind wir schlussendlich den ganzen Tag.

Die Anlage ist sehr großzügig gestaltet. Auf den über 300 Hektar kann man sich zum allergrößten Teil frei bewegen, sogar die Stallungen sind frei zugänglich.

Die Führung hat uns trotzdem interessiert, man erfährt vieles über die Rasse, das Gestüt, die Ausbildung der Tiere und ein bisschen was über die slowenische Geschichte.

Möchte man sich noch ausführlicher mit der Rasse und dem Thema „Pferd“ beschäftigen, gibt es ein sehr schönes, interaktives Museum.

Highlight war die Lipizzaner-Vorführung. Sie dauert eine gute Stunde.

Fazit: Hier können nicht nur Pferdenarren einen tollen Tag verbringen. Sogar unser Oscar war sehr an den Tieren interessiert:

Parken mit dem Wohnmobil

Das Parken mit dem Wohnmobil war auch in Lipica kein Problem. Vor dem Gestüt gibt es einen sehr großen Parkplatz, die Tagesgebühr beträgt drei Euro.

 

Tag 10:
Regen, köstlicher Käse und: der See von Cerkniško

Wie angekündigt beginnt der Tag mit Regen.

Heute stört uns das aber nicht weiter, denn: wir haben einen Termin:
Um zehn Uhr sind wir zum Karst-Käse kaufen verabredet.

Bei einer Brettljause auf dem Campingplatz „Camping Plana und Bar 66“ konnten wir den Käse schon am Tag davor kosten. Köstlich!

Natürlich wollten wir wissen, wo der Käse hergestellt wird – und natürlich – wo wir ihn kaufen können. Nachdem die Besitzerin des Campingplatzes heute ohnedies auf dem Weg zur Käserei war, durften wir kurzerhand mitfahren.

Der Laden der Käserei ist klein. Um nicht zu sagen winzig. Kaum sind drei Kunden im Verkaufsraum ist der Laden voll. Stolz präsentiert Irena Zuzek, die Käserin ihre Waren. Neben Hartkäse gibt es noch Frischkäse und Joghurt. Der Käse wird aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch hergestellt. Bereitwillig lässt Irena die Gäste alles probieren.

Die stolze Käserin Irena Zuzek

Vom Verkaufsraum aus kann man einen Blick in den Produktionsraum werfen.

Mit einem halben Kilo Käse und etwas Joghurt werden wir zurück zum Campingplatz gebracht.

Ein Ausflug zum Zirknitzer See

Cerkniško jezero
Der Cerkniško jezero – zu Deutsch: der Zirknitzer See

Als wir zurück am Platz sind, reisen die Wolken ällmählich auf. Es wird heller.

Also verstauen wir alles „fahr-sicher“ im Wohnmobil, ziehen das Stromkabel und fahren zum Zirknitzer See, bzw. zum „Cerkniško jezero“, wie er auf slowenisch heißt.

In dem kleinen Ort Dolenje Jezero gibt es eine Parkplatz. Er liegt direkt am Nurschutzgebiet des Regionalpark Notrajnksa, in dem sich der See befindet.

Der See von Zirknitz ist der weltweit größte Sickersee. Er kann eine Länge von über 10 Kilometern und eine Breite von knapp 5 Kilometern erreichen. Zweimal im Jahr verschwindet er allerdings komplett. Das Wasser versickert dann komplett im Karst.

Ein faszinierendes Natur-Phänomen!

Nachdem wir mit den Hunden etwas am See spazieren waren, machen wir uns mit den Rädern auf ins Naturschutzgebiet.

Unser Ziel ist die Schlucht von Rakov Škocjan.

Die Schlucht Rakov Škocjan

Die Schlucht liegt etwas westlich von Cerknica. Zu Fuß kann man dort einen schönen Spaziergang unternehmen, mit dem Mountainbike sollte man sich nur mit etwas Erfahrung in die Schlucht wagen.

Für uns war die Tour herrlich. Gespickt von viel wunderbarer Natur, herrlichen Ausblicken und voll mit anspruchsvollen Trails.

Zum Abend hin haben wir mal wieder Glück. Gerade als wir die Räder auf dem Gepäckträger verstaut haben, fängt es wieder leicht zum Regnen an. Also: auf zurück, zum Campingplatz.

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