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Wohnmobil Kurzreise: Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

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Wohnmobil Kurzreise: Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz
Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

Die Tradition der Osterbrunnen ist mit gut 100 Jahren noch relativ jung. Erst seit 1909 werden die Brunnen in der Region kurz vor Ostern mit bunt bemalten Eiern geschmückt.

Aufseß soll damals als erster Ort seinen kleinen Dorfbrunnen geschmückt haben.

Die ursprünglichen Gründe für das alljährliche Schmücken sind unklar. Allerdings gibt es verschiedene Vermutungen.

Laut der Tourismuszentrale der Fränkischen Schweiz, die in Ebermannstadt ihren Sitz hat, gehen die Osterbrunnen auf die Wasserarmut der Region zurück: Früher mussten die Bewohner in höher gelegenen Orten das Wasser in Fässern den Berg hinauf tragen. Wasser war somit gerade für die Menschen, die hoch oben wohnten ein wertvolles Gut.

Andere Quellen besagen, dass die Menschen schon vor über 100 Jahren nach Ideen suchten, um Touristen in die Region zu ziehen. Demnach würde man die Erfindung der Osterbrunnen heute wohl „Tourismus-Marketing“ nennen.

Wie dem auch sei – schön anzusehen sind die Brunnen in jedem Fall.

In der Zeit um den zweiten Weltkrieg kam die Tradition fast zum Erliegen. Erst in den 1970er Jahren hat man angefangen, die Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz regelmäßig und aufwendig zu schmücken.

Heute sind sie für die Region definitiv eine wichtige Einnahmequelle.

Das Schmücken der Osterbrunnen

In der Fränkischen Schweiz gibt es etwa 200 Ortschaften, die ihre Brunnen zur Osterzeit dekorieren.

Ein durchschnittlicher Osterbrunnen hat 2.000 bemalte Eier, das sind etwa 80 Meter Girlande. Weit verbreitet ist es, den Brunnen eine Krone „aufzusetzen“. Beliebt ist es auch, kleine Bäumchen neben den Brunnen zu schmücken.

Inzwischen sind Osterbrunnen ein Exportschlager geworden. Auch andere Städte und Gemeinden, vorallem in Süddeutschland und Thüringen greifen den Brauch auf.

Unsere Route –
mit dem Wohnmobil durch „die Fränkische“

Wir haben für unsere Route zwei Tage gebraucht, uns aber auch sehr viel Zeit gelassen.
Übernachtet haben wir auf dem Wohnmobilstellplatz in Obernsees. Der Stellplatz liegt neben einer sehr schönen und empfehlenswerten Therme.

Osterbrunnen- Route Tag 1:

Buttenheim – Forchheim – Bieberbach – Ebermannstadt – Gößweinstein – Pottenstein – Oberailsfeld – Waischenfeld (ca.100 km)

Wir beginnen unsere Rundfahrt in Buttenheim. Die Marktgemeinde liegt verkehrsgünstig an der A73. Wer möchte, kann in Buttenheim das Geburtshaus von Levi Strauss besichtigen. Der Osterbrunnen liegt unweit des Museums, an der Straßenkreuzung von Markt- und Kellerstraße. Gute Parkmöglichkeiten gibt es an der Kellerstraße. (Von der Autobahn kommend im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt, dann sofort rechts einbiegen.)
Der Osterbrunnen in Buttenheim ist in Form einer Krone verziert.

Anschließend geht es weiter nach Forchheim. Dort ist der Brunnen auf dem Marktplatz geschmückt. Im Hintergrund steht das historische Fachwerk-Rathaus.

In Bieberbach steht der größte Osterbrunnen der Welt! Er ist mit mehr als 11.000 bunt bemalte Eier behängt. An einem Wochenende mit schönem Wetter ist der kleine Ort sehr stark besucht. Am besten ist es daher, etwas außerhalb zu parken und den Besuch mit einem Spaziergang zu verbinden. Zur Stärkung gibt es eine Würstchen-Bude, Fischsemmeln oder Kaffee und Kuchen.

Der Brunnen in Ebermannstadt soll ebenfalls sehr schön geschmückt sein, allerdings waren wir noch etwas zu bald dran um die Pracht zu sehen. Wer die Stadt noch nicht kennt, kann trotzdem einen kurzen Abstecher in den Ort unternehmen. In der Altstadt gibt es einige schöne Fachwerkhäuser.

Mittagspause in Gößweinstein

Kürzer wäre es, wenn man von Ebermannstdt nach Bieberbach und anschließend nach Gößweinstein weiterfährt. Die Route ist allerdings bewusst so gewählt, das Wiesenttal wäre nämlich viel zu schön, um es einfach – im wahrsten Sinne des Wortes – „links liegen zu lassen“. Gößweinstein selbst hat einen eher kleinen, liebevoll geschmückten Brunnen aus alten Viehtrögen. Er liegt unterhalb der Basilika. Zeit für einen Rundgang in Gößweinstein sollte man ebenfalls einplanen. Hinter der Basilika führt ein Weg zu einem tollen Aussichtspunkt hinauf. Gößweinstein hält zahlreiche Parkmöglichkeiten bereit, für Wohnmobilfahrer eignet sich wohl der Parkplatz P1 am besten.
In Gößweinstein gibt es mehrere gute fränkische Lokale zum Einkehren.

Von Gößweinstein führt die Route nach Pottenstein, einem der touristischen Zentren der Fränkischen Schweiz. Der Osterbrunnen liegt im historischen Ortskern, umgeben von alten Fachwerk-Häusern. Mitten im Brunnen thront eine Marien-Statue. Einen großen Parkplatz gibt es am Ortsausgang Richtung Wannberg, gegenüber der Total-Tankstelle. (Parkgebühr 3,00 €/ Tag)

Auf dem Weg nach Obernsees haben wir noch jeweils einen kurzen Stopp für die Brunnen in Oberailsfeld und Waischenfeld eingelegt. Klein, aber fein!

Nun ist es Zeit für ein bisschen Entspannung. Wir stellen das Wohnmobil auf dem Stellplatz neben der Therme Obernsees ab und genießen den Wellness-Bereich des Bades.

Osterbrunnen-Route Tag 2:

Hollfeld – Sachsendorf – Aufseß – Heiligenstadt – Frankendorf – Buttenheim (ca. 50 km)

Nach einem ausgiebigen Frühstück liegt nun der zweite Tag „Osterbrunnen-Sightseeing“ vor uns. Nicht weit von Obernsees entfernt, liegt die Stadt Hollfeld. In Hollfeld gibt es gleich zwei Osterbrunnen: einen neben der Stadtkirche und einen am Marienplatz.
Wir sind am Sonntag vor Ostern, also am Palmsonntag unterwegs. Jedes Jahr am Palmsonntag findet in Hollfeld der Palmmarkt statt. Dann ist es – gerade mit Wohnmobil – am besten, neben dem Friedhof zu parken.

Ein sehr schöner Brunnen steht im kleinen Örtchen Sachsendorf. Direkt an der Hauptstraße, neben einer kleinen Kapelle steht eine rosa-weiß geschmückte Variante.
Die Fahrt durch das Tal in Richtung Aufseß sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen.

In Aufseß, im Ortsteil Hardt, soll der älteste Osterbrunnen stehen. Von Sachsendorf kommend, biegt man an der Kreuzung rechts in Richtung Heiligenstadt ab. Kurz vor dem Ortsende, unterhalb vom Schloss gibt es einen Parkplatz. Nun führt ein steiler Weg in ca. 10 Gehminuten hinauf zum Brunnen. Er liegt oberhalb vom Schloss.

Die Heiligenstädter sollen ihren Brunnen ebenfalls sehr schon schmücken. Hier steht einer der berühmtestes Osterbrunnen. Leider waren wir, wie auch in Aufseß, noch etwas zu bald dran. Abgesehen vom Osterbrunnen gibt es in Heiligenstadt im Sommer einen Stellplatz neben einem sehr schönen Badesee.

Frankendorf – wie wird wohl der Brunnen in FRANKENdorf geschmückt sein?
Rot-weiß natürlich, in den Farben der Franken!
Schöne Idee, wie wir fanden.
Der Brunnen liegt an der Hauptstraße, man fährt also direkt daran vorbei.

 

Von Frankendorf führt der Route wieder zurück nach Buttenheim.

Wir hatten zwei farbenfrohe Tage bei sehr schönem Wetter!

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