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Churfranken mit dem Wohnmobil

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Churfranken mit dem Wohnmobil
Blick über Miltenberg

„Churfranken“.

Obwohl meine Oma – Jahrgang 1920 – lange in Miltenberg zur Schule gegangen ist, hätte ihr der Begriff „Churfranken“ wohl wenig gesagt.

Kein Wunder, die Region Churfranken – die eigentlich vielmehr ein Verein ist – gibt es erst seit 2007.

Ziel des Vereins ist es, die Region touristisch bekannter zu machen. Neben 24 Gemeinden hat der Verein rund 400 weitere Mitglieder, darunter Gastronomie- und Hotelbetriebe, Winzer und Vereine.

Churfranken mit dem Wohnmobil

Hügel, Wald, Wein und Main –
zwischen Frankfurt und Würzburg

Churfranken Main
Der Main in Churfranken

Churfranken liegt – logischerweise – in Franken. Allerdings erstreckt sich Franken von der Tschechischen Grenze im Osten bis nach Hessen im Westen und ist somit nicht gerade klein. Der Slogan der Region „Wo der Main am schönsten ist“ verrät, dass Churfranken irgendwo am Main liegen muss.

Davon, ob der Main dort wirklich „am schönsten ist“, wollten wir uns selbst überzeugen. Wir wohnen ganz in der Nähe der Volkacher Mainschleife, somit hat Churfranken einen starken Konkurrenten auszustechen.

Außerdem war ich neugierig, weil ich wissen wollte, wo meine Oma zur Schule gegangen ist.

Mit knapp 120 km bietet es sich für uns gut als Wochenend-Ziel an. Also ging es an einem schönen Wochenende Anfang Mai auf nach Miltenberg.

Wundervoll gelegen ist die Region auf jeden Fall: auf der rechten Seite des Mains liegt der Spessart, linksseitig der Odenwald. An den Hängen wird Wein angebaut.

Sowohl von Würzburg als auch von Frankfurt aus sind es nach Miltenberg genau 75 Kilometer.

Mountainbiken in Churfranken

Mountainbiken Miltenberg

Wir hatten sogar noch einen dritten Grund: es hat sich schon bis zu uns in den heimischen Steigerwald herumgesprochen, dass es in der Gegend um Miltenberg sehr gute Mountainbike-Touren geben soll.

Die Gruppe „Mountainbike Miltenberg“ hat in der Tat einige hervorragende Trails in die Wald gezaubert.
Wie viel Arbeit sie tatsächlich investiert haben, kann man nur erahnen. Wir waren jedenfalls fasziniert, was man aus einem Mittelgebirge alles herausholen kann.

Bisher gibt es in der Region sieben ausgeschilderte MTB-Streken:

  • Mil1 – Startpunkt Miltenberg (29 km / 920 hm)
  • CO1 – Startpunkt Collenberg (33 km – 940 hm)
  • GH1 – Startpunkt Großheubach (30 km – 940 hm)
  • Am1 – Amorbach (30 km / 800 hm)
  • Bü1 – Bürgstadt (26 km / 622 hm)
  • Ei1 – Obernburg – Eisenbach (32 km / 840 hm)
  • Sulzbach (30 km / 650 hm)

Einen Besuch wert:
Miltenberg – die Perle am Main

Miltenberg
Blick über Miltenberg

Dass Churfranken einen hohen Freizeitwert bietet, haben wir bereits erlebt. Nicht weniger angetan waren wir von der kleinen Stadt Miltenberg.

Die ausflugsbox haben wir am Wohnmobilstellplatz neben dem Schwimmbad geparkt, von dort ist die Innenstadt fußläufig entfernt.

Die Altstadt erstreckt sich links des Mains, zwischen den beiden alten Stadttoren, dem „Würzburger Tor“ im Osten und dem „Mainzer Tor“ im Westen. Die Namen stammen noch aus dem Mittelalter. Seine günstige Lage an der Handlsroute zwischen den Bistümern Würzburg und Mainz brachte der Stadt seiner Zeit viel Geld ein.

Der Ort bietet sehr viele ausgezeichnet erhaltene Fachwerkhäuser, die sich um den wunderschönen Marktplatz – dem „Schnatterloch“ und die umliegenden Altstattgässchen aufreihen.

Hoch über der Stadt thront die Mildenburg (ja, sie wird in der Tat mit „d“ geschrieben!) in ihrem roten Gewand aus Buntsandstein. Seit 2011 ist dort ein Kunstmuseum eingerichtet. Von hier hat man zudem einen tollen Blick über die Stadt und auf den Main.

Außerdem gibt es in Miltenberg mit dem Gasthaus „Zum Riesen“ eine der ältesten Gaststätten Deutschlands.

Churfranken mit dem Wohnmobil:

Wohnmobilstellplätze

Miltenberg – Am Schwimmbad

In Miltenberg gibt es direkt neben dem Schwimmbad einen großen und kostenlosen Wohnmobilstellplatz.

Leider liegt der Stellplatz an gleich zwei viel Befahrenen Straßen. Dadurch empfanden wir ihn als sehr laut. Toiletten oder gar Duschen sind keine vorhanden. Dass es weder Frischwasser noch die Möglichkeit Grauwasser abzulassen gibt, hat uns bei nur einer Nacht nicht gestört.

Schön ist die zentrale Lage, die Stadt ist in nur wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Großheubach – Gasthaus zur Bretzel

Wohnmobilstellplatz Großheubach
Wohnmobilstellplatz Großheubach

Einen sehr schönen Stellplatz für 25 Wohnmobile gibt es in Großheubach, keine 10 Autominuten von Miltenberg entfernt.

Der Stellplatz gehört zum Wirtshaus „Zur Bretzel“.
Duschen, Toiletten, Frischwasser sowie Grauwasserablass sind am Platz vorhanden.

Die Übernachtung kostet 19,00 Euro, wobei 10 Euro als Gutschein verrechnet werden. (Entweder als Rabatt beim Wirtshausbesuch oder als Nachlass beim Weinkauf.)

Der Main, das Zentrum und ein sehr schöner Kinderspielplatz sind fußläufig entfernt.

Churfranken – ein Fazit

Mit Churfranken haben wir ein neues Ziel für Wochenendtripps gefunden. Wir haben die Gegend erst jetzt entdeckt und waren sehr begeistert.

Ab Würzburg oder Frankfurt bietet sich die Region gut als Tagesausflug an.

Die Landschaft ist schön und Abwechslungsreich. Die kleinen Städte und Ortschaften sind sehr gepflegt und einladend. Außerdem gibt es neben guten Weinen und zünftigem Bier eine leckere, fränkisch-deftige Küche.

Für alle, die Churfranken mit dem Wohnmobil besuchen, wäre es wünschenswert, dass es mehr und vor allem schönere Wohnmobilstellplätze in der Gegend gäbe. Gerade in Miltenberg haben wir uns mit dem Wohnmobil leider eher als Gast „zweiter Wahl“ gefühlt.

Fairerweise muss man sagen, dass es in der Gegend viele Campingplätze gibt. Uns ist aber, um ehrlich zu sein, das Prozedere mit An- und Abreise, festen Rezeptionszeiten etc. für ein oder zwei Nächte zu aufwendig.

Stellplätzte bieten da eine wesentlich höhere Flexibilität.

Um die Kosten geht es der Mehrheit der Camper wohl kaum. Wir sind (und ich denke, ich kann diesbezüglich im Namen vieler Camper sprechen) gerne bereit, für einen schönen Stellplatz eine angemessene Gebühr zu bezahlen.

Man merkt, dass die Region in den letzten Jahren sehr viel in den Tourismus investiert hat.
Aber auch die Campingbranche boomt seit Jahren und hat mit „Low-Budget“ häufig nicht mehr viel am Hut.

Ich fände es schön, wenn es künftig mehr und vor allem schöne Stellplätze gäbe.
Dann kämen wir auf jeden Fall (noch) öfter!

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